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Selbstfürsorge in Zeiten der Trauer – Abgrenzung stärkt dich

Trauer ist anstrengend. In dieser Zeit hilft es, wenn wir besonders gut auf uns achten und besonders fürsorglich uns selbst gegenüber sind.

Aus Sicht der TCM greifen Emotionen, die sehr intensiv sind und über lange Zeit anhalten, die Elemente an. Dies kann zu Blockaden auch auf körperlicher Ebene führen. Krankheiten können die Folge sein.

Heute möchte ich eine weitere Möglichkeit mit euch teilen, wie ihr das Element Metall stärken könnt. Trauer schwächt dieses Element und macht uns krankheitsanfälliger.

 

Das Element Metall steht auch für Abgrenzung.

Die Jahreszeit Herbst entspricht diesem Element. So wie die Bäume im Herbst alte Blätter fallen lassen und ihre Säfte in ihr Innerstes zurückzuziehen, um den Winter zu überstehen, so geht es um Loslassen. Nicht nur von dem, was wir verloren haben. Möglicherweise müssen wir einiges in unserem Leben überdenken. 

 

Wer unterstützt mich wirklich? 

Manche Menschen schwächen uns. Genauso wie die Blätter ihre Bäume gehen lassen, kann es nötig sein, diese Menschen ziehen zu lassen.

 

Was tut mir wirklich gut?

Meine Freundin, die zwei Kinder verloren hat, hat gesagt, dass während der Trauer ihre alten Muster nicht mehr gegriffen haben. Sie hat gemeint, dass Aktivitäten, die sie früher gestärkt oder fröhlich gestimmt haben, dies nun nicht mehr für sie taten.

 

Viele Menschen ändern ihr Umfeld und ihre Aktivitäten während Krisen. Das ist gut so. Solange du dich nicht nur noch zurückziehst, ist das okay. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass neue Menschen und Erfahrungen in das Leben treten, wenn wir Raum dafür machen. 

 

In der Trauer haben wir keinen Raum für zusätzliche Energieräuber.

 

Was mir rückblickend geholfen hat

Ich habe in meiner Trauer Facebook und WhatsApp-Gruppen reduziert (jetzt habe ich überhaupt kein WhatsApp mehr).

Meine E-Mails lese ich auch jetzt nur noch am Notebook statt am Handy (Benachrichtigungen aus) und fast alle Newsletter habe ich in den Werbungsordner verschoben, den ich nur gelegentlich ansehe.

Der Fernseher war meist aus - ich habe nur ausgewählte Filme oder Serien gesehen. Lesen empfinde ich als nährender, aber anfangs konnte ich mich auch kein Buch konzentrieren. Das wurde im Lauf der Zeit wieder besser.

Ich habe Menschenansammlungen gemieden, auch volle Einkaufszentren, sogar Supermärkte. 

 

In der Trauer sind wir sehr empfindsam. Ruhe tut gut.

 

Ich weiß, da kommt die Angst, dass der Schmerz hochkommt. Ablenkung ist ok, wenn sie dich stärker macht. Früher oder später müssen wir uns allerdings dem Schmerz stellen. Damit die Tränen und somit die Energie fließen kann. Aufgestaute Emotionen blockieren uns. Es ist okay, nicht okay zu sein. Du darfst dich schlecht fühlen. Das geht vorbei. Wenn du es allerdings nie zulässt, kann es nicht vorbei gehen.

 

Es ist immer wichtig, dass wir auf uns achten, aber nun gilt es nochmals mehr. 

Denn Trauer kostet Kraft.

Du darfst und musst sogar dich selbst in den Mittelpunkt stellen.

Das hat nichts mit Egoismus zu tun.

Das ist gesunde Selbstfürsorge.

 

Herzensgrüße,

Sigrid 

 

Foto CC0 - danke!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Bettina Stephanie Sohler (Donnerstag, 18 Oktober 2018 13:29)

    Sehr einfühlsamer und berührender Beitrag Sigrid.
    Danke für den Input!

  • #2

    Sigrid (Donnerstag, 18 Oktober 2018 13:30)

    Danke Bettina!