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Muss ich wirklich immer positiv denken???

Du darfst nicht an das Schlimmste denken! Denke positiv! Was aber wenn mein Bauchgefühl sagt, genau das Schlimmste wird eintreffen? In einer Krise kann ich mich nicht immer ausschließlich nur auf die positiven Aspekte meiner Situation konzentrieren. 

 

Als bei meiner zweiten Tochter kurz nach der Geburt eine nicht definierbare Herzerkrankung diagnostiziert wurde, empfand ich den Ratschlag positiv zu denken eher als ein Nichtverstandenwerden meiner Gefühle. Da war Sorge, Angst und Ratlosigkeit. Und meine Intuition schrie förmlich: verbringe jeden Tag mit deinem Kind, als wäre es der letzte. Das habe ich getan. So gut es ging. Ich bin meinem Bauchgefühl dankbar. Hätte ich so getan, als wäre alles okay, hätte ich mich vermutlich weniger gut auf den Abschied vorbereitet.

 

Allerdings bin ich ein positiv denkender Mensch. Ich empfinde Sonnenaufgänge als Bereicherung und finde an jedem Tag positive Seiten. Manchmal sind es schöne Momente. Manchmal sind es Lernprozesse, die in der Situation zwar unangenehm waren, aber auf die ich rückblickend stolz bin, sie auf meine Art und zu mir stehend gemeistert zu haben.

Ich finde es wichtig, dass wir uns darin schulen, auf unsere innere Stimme und die Signale unseres Körpers zu hören. Wenn ich etwa das Gefühl habe, mein Partner geht fremd, muss ich unterschieden lernen, ob ich aufgrund schlechter Erfahrungen Angst habe oder ob in unserer Beziehung wirklich etwas nicht stimmt. 

 

Achtsamkeit hilft uns zu erkennen, ob sich eine Angststimme oder unsere Intuition meldet.

 

Hier meine Kraftsätze, die ich in mir trage, wie Schätze:

 

Ich habe alles in mir, um jede Situation zu meistern.

Alles wird sich zum Guten wenden, auch wenn ich es jetzt gerade nicht verstehe.

Traurigkeit, Wut und Angst gehören genauso zum Leben wie Fröhlichkeit.

Ich darf meinen Gefühlen trauen und sie zulassen.

Auch wenn es jetzt gerade unheimlich weh tut, werde ich irgendwann wieder lachen können.

Auf jede Nacht folgt ein neuer Tag.

Ich kann auf meine Intuition vertrauen.

Zum richtigen Zeitpunkt werde ich auf die richtigen Menschen treffen.

Ich finde immer die Unterstützung, die ich brauche.

 

Diese Gedanken stehen für mich für mein Urvertrauen in das Leben. Jeder Mensch kann es in sich aktivieren und hat Zugriff darauf. 

 

Urvertrauen heißt nicht, dass wir keine Krisen mehr erleben werden und es nicht mehr weh tun wird. Es bedeutet darauf zu vertrauen, dass du dein Leben meistern wirst. 

 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: je mehr ich mein Urvertrauen in guten Zeiten oder bei kleinen Problemen entwickle, desto sicherer bewege ich mich durch schwierige Zeiten. Auch in achtsamen Frauenkreisen kann ich durch das Teilhaben an Entwicklungsprozessen von anderen Frauen mein Urvertrauen entwickeln. Es ist wichtig, dass wir uns mit Menschen umgeben, die uns Vorbild sein können. Die uns Vorleben, dass es nach Krisen wieder bergauf geht. Und die uns mit all unseren Gefühlen sein lassen. Tränen tragen uns zu neuen Ufern. Wut kann Kraft freisetzen, um unsere Mauern zu zerschlagen. Um neue Wege und Blickrichtungen zu eröffnen.

 

Hast du Kraftsätze, die dich durch dein Leben tragen?

 

 

Liebe Grüße,

Sigrid 

 

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