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Liebeskummer leben

#Liebeskummer #Herzschmerz #Trennung #Scheidung #Partnerschaft

 

Liebeskummer erleben geht an deine Essenz, an deine Lebenskraft. Liebeskummer überleben verlangt manchen Menschen so viel ab wie der Tod eines geliebten Menschen. Liebeskummer zu leben ist für mich der einzige Weg, bei mir zu bleiben. Gesund zu bleiben. Räume zu öffnen für Neues, das darauf wartet in mein Leben zu treten. Heute teile ich meinen Weg und meine Erfahrungen mit dir.

 

Wie geht das – Liebeskummer leben?

 

Ich lasse mich auf den Fall in die Tiefe ein.

Das klingt dramatisch, fühlt sich für mich tatsächlich so an. Ich lasse mich fallen. In den Schmerz. In die Wut. In die Ohnmacht. In die Enttäuschung. In die Angst. Ich lasse mich fallen, in dem ich all das dasein lasse, was gerade ist. 

 

Ich wähle ganz bewusst Menschen, mit denen ich mich jetzt umgebe.

Dazu wähle ich meine besten Freundinnen und Herzensmenschen, bei denen ich weinen und alles aussprechen darf, ohne beurteilt zu werden. Ich wähle bewusst keine Menschen, die meinen Partner schlecht machen oder scheinbar nur darauf gewartet haben, bis es endlich kippt. Ich wähle bewusst Menschen, die wissen, dass immer zwei dazugehören, wenn eine Partnerschaft scheitert. Die keine Position beziehen. Die einfach nur da sind. Bei deinen ich erzählen darf, was ich vielleicht noch nie erzählt habe, weil ich es mir selbst nicht eingestanden habe, und die es aushalten, nur fühlend zuzuhören und da zu sein. 

 

Ich gönne mir Rückzug.

Kummer ist anstrengend. Daher entscheide ich mich bewusst für Auszeiten. In meinem Fall bedeutet das, Kinderbetreuung zu organisieren und diese dankbar anzunehmen. In meinem Rückzug falle ich. Ich gebe mich Musik hin, die mir hilft meine Gefühle fließen zu lassen. Ich schreibe und schreibe und schreibe. Statt Gedanken zu wälzen, rolle ich auch um 5 Uhr morgens meine Yogamatte aus. Ich bin auf ein kurzes Video von Mady Morrisson zur Wechselatmung* gestoßen. Diese hilft wieder in Balance zu kommen. In dieser Balance und Klarheit schreibe ich diesen Blog für dich.

 

Ich bewege mich.

Bewegung hilft mir immer wieder meine Krisen durchzustehen – wenn du mir schon länger folgst, weißt du, dass ich darin viel Erfahrung habe. Körper, Geist und Seele sind verbunden. In Zeiten der Veränderung brauchen wir Flexibilität. Ist dein Körper flexibel, ist es auch dein Denken. Yoga macht meinen Körper geschmeidig, lässt meine Gefühle fließen. Und es lässt mich meine Gedanken aus dem ersten Schock und der ersten Erstarrung lösen. Beweglichkeit ist gefragt. Ich wähle Übungen, die meine Wirbelsäule und meinen Rücken weich werden lassen. Der Rücken steht für die Vergangenheit. 

Spazieren, walken, laufen sind auch wunderbare Wege, um in Bewegung zu kommen und dich zu erden. Mein TCM-Arzt empfiehlt walken mit Stöcken, weil durch die Bewegung der Stöcke eine Rotation im Oberkörper und Herzöffnung passiert.

 

Ich tanze neu.

Um zur Hingabe zur Musik zurückzukommen: ich tanze gerade viel. Um mich zu bewegen, wähle ich Good Mood Music, mit hohem Beat. Meine Zumba-Playlist öffnet mich für Freude und Leben. Ich tanze, bis mein ganzer Körper pulsiert und ich spüre, ich bin voll da, voll anwesend in meinem Leben.

Vor einiger Zeit hat mich ein Video gefunden, in dem ein Tänzer beschreibt, dass wir auch durch tanzen alte Muster durchbrechen können. Immer, wenn wir im Tanzen in einen Trott fallen, also immer ähnliche Bewegungen machen, sind wir seiner Ansicht nach in einer Schleife gefangen. Sobald mir das auffällt, mache ich nun bewusst andere Bewegungen. Gerade daheim ist das ja komplett egal. Hüpfen, schütteln, stampfen, Beine hoch, am Boden liegend über den Boden rollen… egal – Hauptsache NEUES probieren. Was unser Körper kann, kann auch unser Geist und unsere Seele. Ich lasse die drei zusammenarbeiten. 

 

Ich finde Schlaf.

Krisen gehen bei mir immer mit Schlafproblemen einher. Was auf Dauer eine Negativspirale in Gang setzt. Denn der Alltag ist mit Liebeskummer ohnehin schon belastet. Also bin ich in die Apotheke, um mich pflanzlich zu unterstützen. Die Apothekerin hat sich erkundigt, worin meine Schlafprobleme gerade liegen. Da bin ich in Tränen ausgebrochen, habe ihr geschildert, dass ich ganz schlimmen Liebeskummer habe und dringend wieder schlafen muss, damit ich nicht krank werde. Sie hat mich mit Passedan-Tropfen versorgt – diese kenne ich aus der Krise mit meiner zweiten Tochter. Plus etwas zum Ein- und Durchschlafen. In Kombination mit ausreichend Bewegung, schlafe ich wieder gut und wache auch morgens nicht mehr mit einem Stein im Magen auf.

 

Ich gehe bewusst in den Tag.

Morgens aufwachen und mich an das Dilemma erinnern, in dem ich mich befinde, ist jeden Tag aufs Neue anstrengend. Um diese emotionalen Anstrengungen zu reduzieren, habe ich bewusst meine Weckermusik gewählt. Derzeit weckt mich Ute Ulrich mit Ich entscheide mich und SEOM mit Transformation

 

Ich spüre mich.

Fürs Auto habe ich auch meine Playlists. Ich nehme sehr bewusst wahr, was mir gerade guttut, was mich unterstützt, was ich brauche. Als ich vor einiger Zeit am Weg zu meiner Herzensschwester war, als sie ihr Baby verloren hatte, habe ich zwei Stunden durchgehend Joe Cocker gehört. Seine Stimme hat mir geholfen meinen Tränen freien Lauf zu lassen und zu spüren, was gerade gefühlt sein will. So mache ich es auch jetzt.

Welches Gefühl will gerade wahrgenommen werden? Musik unterstützt mich. Ich tauche ab und wieder auf. Wenn ich mich dem Gefühl ehrlich hingegeben habe, bin ich nachher zwar müde, aber das ist wieder Licht am Horizont, eine neue Sonne geht auf. Ich wähle auch Musik, um mich aus dem Gefühl wieder herauszuholen. Wut ist im Auto weniger passend. Ich habe gelernt, meinen Gefühlen zu sagen: Ich nehme dich wahr, jetzt gerade ist nicht der passende Zeitpunkt. Ich nehme mir für dich Zeit, sobald es passt. Das funktioniert für mich wirklich gut. Wichtig: wenn ich mir und meinen Gefühlen verspreche, ich werde uns Raum geben, mache ich das auch. Ich bin mir selbst beste Freundin und halte, was ich mir selbst verspreche.

 

Ich nähre, hege und pflege mich.

Als meine eigene beste Freundin, achte ich auch darauf, dass mein Körper durch gesunde Ernährung fit wird oder bleibt. Ich bin im Kummer appetitlos. Das hat sich zum Glück allerdings wieder geändert, seit ich gut schlafe. Weniger ist mehr. Lieber gesund essen und weniger davon. Auch bei Süßem setze ich eher auf nahrhaftes wie Medouldatteln, Rosinen und getrocknete Aprikosen, normale Schoki esse ich bewusst sehr in Maßen. 

Am Wochenende gibt es für mich und meine Tochter allerdings sogar schon zum Frühstück etwas, das uns beiden Freude macht: letzte Woche Kaiserschmarrn und diese Woche stehen Palatschinken am Plan.

Ich genieße täglich mein Körperöl, das meine Haut verwöhnt, und wöchentlich schenke ich mir ein sehr ausgiebiges Basenbad zur Entgiftung – letzte Woche habe ich mir dabei den Film über den Aufstieg von J.K. Rowling, der Autorin von Harry Potter, angesehen. Eine wunderbare Ablenkung.

 

Ich lenke mich ab.

Zum Einschlafen lese ich jetzt mal wieder den ersten Teil von Harry Potter auf englisch. Da ich kann ich ruhig einschlafen, weil ich ja schon weiß, was kommt. Als meine zweite Tochter so krank war, haben mich Friends und Gilmore Girls durch die Zeit begleitet. Wenn außen alles wegbricht, brauche etwas, das mir Bekannt ist, etwas das mich vielleicht auch in leichtere Zeiten von früher zurückversetzt. Das muss nicht anspruchsvoll sein, sondern soll hier und jetzt guttun. Egal, was vielleicht andere sagen oder denken. Hier und jetzt geht es um DICH, dass es DIR besser und bald wieder gut geht.

 

Ich bin geduldig.

Es dauert, so lange es dauert. Momo fragt den Straßenkehrer Peppo, wie er es schafft, jeden Tag so viele Straßen zu kehren. Er sagt, er nimmt sich immer nur ein Stückchen vor und irgendwann ist er fertig. Er konzentriert sich auf den Bereich, der gerade ansteht. Für mich ist es im Leben mittlerweile genauso. Und in Krisen ist Achtsamkeit, im Hier und Jetzt sein für mich besonders heilsam. Ich glaube nicht, dass es allgemeingültige Zeiträume für das Trauern in und nach Krisen gibt. 

 

Ich blicke auf die Möglichkeiten, die mir diese Lebensveränderung schenkt.

Wenn ich immer gut spüre, was dran ist – Rückzug, ein Gespräch mit einem Herzensmenschen, Ablenkung, eine systemische Aufstellung, eine Massage oder psychologische Begleitung – kann ich lernen sehr bewusst zu leben.

Bewusst und aktiv zu leben bedeutet für mich, dass ich später auf die Zeit zurückblicke und sie nicht als verlorene Zeit ansehe, oder mich als Opfer. Bisher haben alle meine Lebensherausforderungen mich mehr zu MIR gemacht. Auch wenn die Zeiten schmerzhaft waren und sind, sind es für mich Einweihungsprozesse in das Leben. Mit jeder Einweihung gehe ich eine Schicht tiefer, werde ich mutiger und erwachsener. Ich wachse über das, was ich erwartet habe, hinaus. Ich wachse über mich hinaus. Ich blicke zurück und denke mir: What a ride!?! Doch es war mein Ride, meine wilde Fahrt, meine Reise. Ich war schon immer neugierig, was das Leben und die Welt so zu bieten hat. 

So frage ich mich: 

Welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn diese Partnerschaft tatsächlich beendet ist? 

Was wollte ich schon lange tun und erleben? 

Welche Freiheiten gewinne ich? 

Welche Türen können sich öffnen?

 

Ich gehe in die Dankbarkeit.

So der erste Schmerz vergeht, so weitet sich mein Blick. Ich selbst arbeite für mich mit Ritualen, habe mich dieses Mal auch von einer Herzenschwester als Zeugin durch ein sehr wichtiges Heilritual begleiten lassen. Wenn die Verletzungen gehen, atme ich auf. Ich blicke auf das, was unsere gemeinsame Zeit uns geschenkt hat. Wofür bin ich dankbar? Das hilft mir aus Schuldzuweisungen herauszukommen. Es hilft mir zu vergeben. Andrea Lindau sagt so herzöffnend: Wenn ich mich weite, dann erkenne ich, dass es nichts zu vergeben gibt.**

Das Leben geht seinen Weg. Wir müssen ihn mitgehen. Wir gehen ihn mit, so wie es in unseren Möglichkeiten liegt. Das Leben steckt einen Rahmen. Wir haben unsere Handlungsmöglichkeiten oder auch nicht. Ich habe seit langen wieder ein Seelenheilmärchen geschrieben. Diesmal für mich und meine Partnerschaft. Denn wir haben so viel mitgemacht. Vielleicht geht es dir ähnlich. Dann möchte ich dir dieses Märchen schenken, um zu heilen. Vielleicht hilft es dir, dein Herz zu öffnen. Wieder zu fließen: Die Erzählung einer großen Liebe

 

Ich beginne zu fließen.

Auch im Liebeskummer geht es darum zu fließen. Mitzufließen. Wer weiß, was uns das Leben noch schenken mag? Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue. Oder sogar mehrere.

 

Was wünscht du dir?

Wie willst du WIRKLICH leben?

Mit welchem Gefühl willst du jeden Tag aufstehen und ins Bett gehen?

Lade dieses Gefühl ein. Du brauchst keinen Plan zu haben, wie du dort hinkommst. Immer, wenn ein Fünkchen dieses Gefühls in dir auftaucht, koste es aus. Mach ihm Platz in deinem Leben. Folge deiner Freude und das Leben wird dir die richtigen Momente, Menschen, Möglichkeiten schenken. Sei bewusst und achtsam. Nimm sie wahr. 

 

Astrologisch** ist jetzt gerade eine wunderbare Zeit mit Leichtigkeit Altes, nicht mehr Passendes gehen zu lassen. Nimm wahr, welche neuen Menschen in deinem Umfeld auftauchen. Mit welchen Menschen gehst du in Resonanz.

 

Ich gehe immer wieder in die Metaperspektive und spüle meine Leben ein paar Jahre vor. Da entdecke ich ganz viel Freude und Leichtigkeit. Da ist Lachen, so viel lachen. Da sind Freundschaften. Da ist Familie. Ich habe von Luna, unserer Mondin gelernt, dass alles seine Zeit hat. Nichts währt ewig. Kein Glück und keine Traurigkeit. Was kommt, darf kommen. My arms are open wide.

 

Möge dein Leben fließen, möge dein Mut erwachen, möge deine Freude dich leiten – zu neuen Ufern, an denen deine Herzensmenschen sich mit offenen Armen empfangen.

 

Von Herzen, 

Sigrid

 

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* Video Wechselatmung von Mady Morrison

 

**Hier das Gespräch mit Andrea Lindau zum Thema Vergebung.

 

** Für Astrologie-Interessierte hier das Video von Silke Schäfer über Seelenpartnerschaften, Liebe und Gnade zur Jahrtausendkonstellation ab April 2022.

 

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