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Bitte sagt, was ihr braucht!

 

Vor einigen Wochen hatte ich auf einem Retreat das große Glück, die große Ehre, einer kleinen Gruppe von Männern mit offenem Herzen zuzuhören. Und von ihnen gehört zu werden. Wir bildeten einen Frauenkreis und einen Männerkreis, in dem wir uns zuerst untereinander austauschten. Wir stellten uns die Fragen, was Frausein für uns Frauen bedeutet. Und was Mannsein für die Männer bedeutet. Danach trafen sich beide Gruppen wieder.

 

Wir Frauen bildeten einen inneren Kreis, die Männer einen Kreis um uns herum. Wir Frauen waren am Wort, die Männer waren im Silent Witnessing, im stillen Bezeugen unserer Worte. Wir besprachen unsere Essenz, über das Frausein.  

Für uns kam heraus: Der weibliche Körper und unser Zyklus, der auch unsere Emotionen und unsere Leistungsfähigkeit beeinflusst, macht uns zur Frau. Wir sprachen vor den Männern den Wunsch aus, dass wir unsere Zyklen leben wollen - besonders die Zeiten des Rückzugs während unserer Tage, weil wir erschöpft sind. Ich will dafür wertgeschätzt werden, dass ich einen weiblichen Körper habe, der Leben gebären, schenken kann.

 

Danach formten die Männer einen Innenkreis, wir Frauen waren die Zuhörerinnen. Was ich gehört habe, möchte ich mit dir teilen. Zu Mannsein fielen die Worte Raumhalter, Versorger, für die Familie dazusein. Es fiel auch ein Kopfschütteln und ich weiß es gerade nicht. Es wurde eine Bitte an uns Frauen geäußert, die ich unbedingt hier festhalten will: 

 

Bitte sagt, was ihr braucht. Und bitte hört auf in einer Schwangerschaft oder in eurem Zyklus mit den Männern mithalten zu wollen. 

 

Ja, da sind wir Frauen gefordert herauszufinden, was wir wann wie brauchen. Und dann auch zu unseren Bedürfnissen zu stehen und für diese einzutreten. Dazu brauche ich wieder Zeiten des Rückzugs - denn im Alltag spüre ich mich oft zu wenig, bin zu sehr im Funktionieren. Wenn mir also die Auszeit nehme, diese ehrlich und ohne abwertende Hormonwitze oder Augenrollen zugestanden bekomme und somit entlastet werde, kann ich mich spüren - und mich dann meinem Partner mitteilen, mit ihm teilen, was ich ich wirklich brauche. 

 

Verstehen, was in uns vor sich geht, werden Männer wohl nie. Manchmal verstehen wir uns ja selbst nicht. Aber wir Frauen fühlen. Wir fühlen, was dran ist. Was los ist. Das ist manchmal zu komplex, um es in Worte zu fassen. Wir haben Vorahnungen, wir wittern. Es braucht Zeit und Raum, um für mich zu formulieren, was ich spüre und dann braucht es ebenso Zeit und Raum, in dem ich mich gehört fühle, um mich anzuvertrauen. Vielleicht ist der Weg uns Frauen näher zu kommen über das Fühlen und Erleben. Ein Mann hat so schön ausgesprochen: 

 

Wir Männer können euch Frauen nicht verstehen. Wir können euch nur erleben und erlieben.

 

Ich habe das Gefühl, dass viele Männer genauso verwirrt und unsicher sind, was Mannsein bedeutet, wie viele Frauen sich über das Frausein im Unklaren sind. Dir das einzugestehen, kann ein erster wichtiger Schritt sein, denn du gibst die Illusion der Kontrolle und des Festgeschriebenen auf - und du beginnst endlich DICH zu leben, dein einzigartiges Sein zu ergründen. Wir können uns nur immer weiter unserem Selbst annähern. Uns von uns selbst überraschen lassen. Uns ins noch Unbekannte unseres Ichs wagen. Wir dürfen Forscher*innen und Abenteurer*innen sein, als Seefahrer*innen in unerforschte Gewässer vordringen. Uns selbst entdecken. Und auch die Menschen um uns. Mit offenen Ohren und offenem Herzen. Mit offenem Herzen zuhören. Und ich spüre, dass auch für uns Frauen gilt: wir können euch Männer nicht verstehen - sondern dürfen euch erleben und erlieben.

 

Am letzten Tag am Retreat habe ich die Glaubenssätze an der heilige Männliche vorgelesen, die mich so tief bewegen. Es war mir ein Bedürfnis, diese Worte laut auszusprechen. Und ich habe einen Wunsch ausgesprochen. Etwas, was wir Frauen brauchen. Ich wünsche mir, dass es solch ein Glaubensbekenntnis an der Heilige Weibliche auch gibt. Von Männern verfasst. Für uns Frauen. Und siehe da, ich habe ausgesprochen was ich, stellvertretend für uns Frauen, brauche - und es wurde gehört. Und mitgenommen. Und ich glaube daran, dass wir es von unseren Brüdern bekommen werden. Denn ich glaube an euch Männer. Und an uns Frauen. 

 

Herzengrüße,

Sigrid

 

 


Du willst dir selbst näherkommen!

 

FRAUEN: Ab 2023 planen Jessica und ich ein neues Format des FRAUENJAHRESKREISES - wir werden ein Brücke zwischen Oberösterreich und Wien schlagen, da ich nächsten Sommer back to the roots wieder in Wien lade. Ich freue mich jetzt schon auf Frauen aus Wien und Umgebung, für die die Reise nach Linz bisher zu weit war. Nähere Informationen folgen. Du willst am Laufenden bleiben? Anmelden zum Newsletter.

 

 

MÄNNER: Achja - die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei: MÄNNERZEIT - Zyklus nach dem Medizinrad startet im Oktober 2022. In 4 Modulen. Kontakt, mehr Info und Anmeldung: stefan.reischl@gmx.at (0664 88 67 48 47)... und ja, ich mache hier Werbung für einen Männerkreis, im letzten Frauenjahreskreis haben wir auch schon sehr darüber gelacht :-)

 


PS: Du bist herzlich willkommen deine Definition das Frauseins in einem Kommentar zu hinterlassen. Oder als Mann eines über das Mannsein. Oder auch Wünsche, die uns einander näherbringen können - ohne einander Vorwürfe zu machen. Bleib bitte bei deinem Kommentar gut bei dir. Danke.

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