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(M)ein Weg in glückliche Sexualität

Wie öffnet sich mein Körper? Wieso öffnet er sich nicht? Kann sich das ändern? Will ich mich überhaupt verführen lassen? Gedanken, Fragen, Links und ein Buchtipp für dich I

 

Rundum glücklich. In der Partnerschaft. Auch wenn die Jahre ins Land ziehen. Auch in der Sexualität. Ich frage mich, ob ich "auch in der Sexualität" hinzufügen muss. Gehört körperliche Nähe und Lust nicht dazu? Offensichtlich nicht. Denn glaubt mir, ich habe mit vielen Frauen darüber gesprochen. Ganz sanft und vorsichtig, aber auch ohne mit ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Selbst Frauen die Sex lieben, stehen in der eigenen Partnerschaft an. Es auch für mich ein Thema ist. Denn um ehrlich zu sein, habe ich den Dreh für langjährige Leidenschaft noch nicht raus. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Denn nur weil bisher etwas noch nicht so war, wie ich mir das ersehne, heißt das ja nicht, das das so bleiben wird! 

 

Ich beschäftige mich bewusst mit der weiblichen Sexualität seit etwa 7 Jahren. Denn durch die Geburt meiner ersten Tochter, hat sich meine Körperwahrnehmung verändert. Die Bedeutung von Sex als etwas, das Spaß macht, hat sich verschoben hin, zu etwas Kostbarem. Denn Sex kann neues Leben erschaffen.

 

Sex bringt mich in Verbindung mit der Essenz der Schöpferinnenkraft in mir.

 

Bewusste Vereinigung lässt auf realer Ebene Yin und Yang, weiblich und männlich miteinander verschmelzen. Es berührt meine tiefe Sehnsucht nach Verbindung. Denn mittlerweile bin ich so weit bei mir angekommen, dass ich in mir beide Pole, weiblich und männlich, bewusst wahrnehme, lebe und übe für mich einzusetzen. Ich brauche keinen anderen Menschen, der mich ganz macht. Ich bin ganz, heil. Doch ist da diese Sehnsucht, dieses unbewusste Wissen, dass da noch mehr ist. Um dieses Mehr zu erleben, muss ich in Verbindung gehen. Ich muss mich öffnen und auf einen anderen Menschen einlassen. Das ist schwierig, wenn wir Angst haben, verletzt zu werden. 

 

Wenn ich mich ganz so zeige, wie ich bin, mache ich mich verletzbar

 

Mir ist mittlerweile klar, dass ich mich nur entspannen und fallen lassen kann, wenn ich ganz so bin, wie ich bin. Dazu gehört Vertrauen. Das Gefühl, dass ich genauso, wie ich bin, wundervoll bin. Zuerst darf ich mich so sein lassen, wie ich bin. Weiß ich, wie ich bin? Wie ich ticke, was ich brauche, was mich glücklich macht? Lebe ich mich oder ein Scheinbild, eine Rolle?

Um mich meinem Partner zu öffnen, muss auch er mich sein lassen, wie ich bin. Das beginnt im täglichen Leben. Denn wenn ich schon im Alltag nicht gut genug bin, wie kann ich mich in der intimen Zeit der Sexualität angenommen fühlen? Sehr oft vergessen wir, dass jedes Wort, jede Begegnung, jeder Blick im Alltag das Vorspiel sein kann - oder uns weiter von einander entfernt. Für Männer ist das oft nicht so wichtig, denn ihr energisches System ist der Gegenpol zu unserem. Energetisch öffnet sich ihr Herz über Sexualität. Das Herz der Frau öffnet sich über Wertschätzung, Anerkennung, Zärtlichkeit auf allen Ebenen.

 

Wenn mein Herz sich öffnet, öffnet sich mein Körper

 

Früher habe ich oft gelesen, dass die Frau Zeit braucht, um sich zu öffnen. Ich sage nein. Ich als Frau brauche nicht mehr Zeit, sondern mein Herz muss geöffnet sein. In einer liebevollen Beziehung, in der Berührung, Wertschätzung und gemeinsames Lachen täglich gelebt werden, ist mein Herz offen. Da ist für mich die Sehnsucht nach körperlicher Vereinigung mit diesem wunderbaren Mann an meiner Seite ganz natürlich. Dann verschenke ich mich, gebe mich hin. Meine Herzensenergie fließt ihm zu, in sein Herz.

 

Yin und Yang im Fluss

 

In der bewussten Vereinigung fließt die Energie vom Herzen der Frau in das Herz des Mannes, sinkt zu seinen Genitalien, steigt durch unsere Vulva und Gebärmutter nach oben wieder in unser Frauenherz, das sich wiederum verschenkt und die Herzenenergie an den Mann weitergibt ... so entsteht ein Kreislauf, eine Verbindung, vom Herz der Frau, zum Herz des Mannes, in seine Genitalien, in unsere Genitalien, weiter nach oben in unser Herz, wieder in sein Herz... Bewusste Sexualität ist ein Geben und Nehmen, in der beide sich beschenkt und genährt fühlen.

 

Hingabe ist das weibliche Prinzip

 

Yin ist das Prinzip der Hingabe, des Empfangens. Yin ist passiv, abwartend. Yang ist der Prinzip der Aktivität, der Führung. In meinem Leben setze ich diese beiden Pole für mich ein - ich kann führen, anleiten, etwas initiieren (männlich) und ich kann mich zurückziehen, die Welt sein lassen und auch einmal nichts wollen und tun, schauen was passiert (weiblich). Dadurch, dass ich beide Pole in mir trage und sie bewusst einsetze, kann ich mich in der Sexualität für das weibliche Prinzip entscheiden. Ich kann mich entscheiden, mich (ver-)führen zu lassen. Ich kann mich entscheiden, meinem Partner die Führung zu überlassen, die im männlichen Prinzip gelebt wird. Genauso wie ich mich entscheiden kann die Führung im Liebesspiel zu übernehmen.

 

Vertrauen in mich, Vertrauen in dich

 

Mich führen lassen, ist Vertrauenssache. Ich muss mir selbst vertrauen, dass ich dorthin gehe, wo ich mich wohl fühle. Dass ich zulasse, überrascht zu werden - von meinem Partner und mir selbst. Dass ich meine Grenzen wahrnehme und kommuniziere. Und natürlich muss ich in meinen Partner vertrauen. Ich muss wissen, dass er ganz da ist, um meine Reaktionen zu spüren und meine Bedürfnisse wahrzunehmen. Ich muss wissen, dass er jedes Stopp sofort wahrnimmt und reagiert. Ich muss auch wissen, dass er genau wie ich an Verhütung denkt, denn nach zwei Sternenkindern kann ich mich nur fallenlassen, wenn ich weiß, er respektiert meine Entscheidung für kein weiteres Kind, weil dieser Weg mit zu viel Angst und Trauer verbunden wäre. Dazu braucht es Klarheit. Alkohol ist aus Sicht der TCM feurig, doch schmilz er die Klarheit, deshalb nimmt Alkohol die Chance auf erfüllenden, bewussten Sex. Im Tantra und dem Tao der Sexualität gibt es keinen Alkohol zur Stimulierung. Wenn ich Alkohol brauche, um mich zu öffnen, lasse ich es lieber. Sexualität kann uns den Himmel auf Erden holen. Sie kann uns Türen in neue Räume der Begegnung und Ekstase führen. Und ich will voll und ganz da sein, im Hier und Jetzt, um das zu erleben.

 

Der erste Schritt

 

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich versuche immer von mir, von uns Frauen zu sprechen. Wir können nur bei uns anfangen, wenn wir etwas bewegen wollen. Unsere Männer bewegen sich mit uns mit. Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, wenn sie an unserer Seite bleiben wollen. Ich habe mich vor vielen Jahren auf den Weg gemacht. Ich habe begonnen meinen Körper, meine Wünsche, meine Sehnsüchte zu entschlüsseln. Denn das gibt mir Sicherheit in mir. Dadurch habe ich mich verändert. Mein Liebesleben hat sich verändert. Und ja: wenn du dich veränderst, weißt du nicht, was passiert. Vielleicht verabschieden sich Menschen. Doch mein Ziel ist klar: ich will rundum glücklich sein. Vielleicht geht das nicht immer, doch ich weiß, es geht immer wieder. Wenn ich mich bewusst auf den Weg mache. Manchmal bedeutet das mich neuen Menschen zu öffnen. Es bedeutet immer neue Pfade auszuprobieren.

 

Ich darf mich selbst befreien

 

Ich bin am Weg mich selbst zu befreien. Von Erwartungen anderer. Von Normen, die mir nicht entsprechen. Von Momenten, die mir nicht guttun. Manchmal finde ich das wirklich anstrengend. Doch meistens ist das ein zutiefst lustvoller Weg, voll Abenteuer und Überraschungen. Wenn ich den Mut habe ganz weiblich zu sein: offen, empfänglich und weich. 

 

Danke, dass du mich bis hierher begleitet, bis hierher gelesen hast. Ich gehe davon aus, dass du eine von wenigen bist, eine heimliche Pionierin, die weiß, dass das Leben noch so viel mehr bereit hält. Willkommen! Wie schön, dass du da bist. Dein Weg ist wertvoll - für dich, die kommenden Generationen, sogar die Verletzungen unserer Ahn*innen können wir durch unsere eigene Transformation heilen. Denn eigentlich sind Sexualität und Ekstase noch immer ein Tabu - egal wie viele Pornos es gibt und egal wie sehr die Werbung die Sexualenergie ausnutzt, um uns Dinge zu verkaufen. Wir scheinen in einer Zeit der sexuellen Befreiung zu leben. Doch in unseren Herzen, in unseren Körpern, sind wir oft noch befangen. In Unsicherheit, Unwissenheit. Wir haben gelernt über unsere Grenzen zu gehen, um uns anzupassen an das was nach außen hin als normal gilt. Wir haben gelernt uns zu verschließen, um uns vor weiteren Verletzungen zu schützen. Doch können wir wieder lernen unsere Grenzen zu achten. Unsere Herzen und unsere Körper zu öffnen. Und Neuland entdecken abseits von dem, was uns bisher als möglich vorgegaukelt wird. Woher ich das weiß? Weil ich auf dem Weg bin. Mit vielen anderen Frauen und Männern. Wenn du also mehr vom Leben willst, ist erfüllende Sexualität ein Teil deiner Gesundheit. Erfüllten Sex zu erleben ist Gesundheitsvorsorge. Ebenso ist es Vorsorge für dich ungesunden Sex zu verändern.

 

Darfst du sexuell glücklich sein? Die Antwort ist: JA! Sobald du es dir selbst erlaubst. Du hast bis hierher gelesen.

Willkommen auf deinem Weg in deine glückliche Sexualität.

 

Herzengrüße,

Sigrid 

 


 

FRAGEN, DIE DICH AUF DEINEM WEG BEGLEITEN KÖNNEN

 

Wenn von meinen Erfahrungen berichte, kann ich nur die Beziehungen zwischen Frau und Mann beschreiben, da ich nur diese kenne. Die nachfolgenden Fragen könnten auch für dich interessant sein, wenn du mit einer Partnerin zusammenlebst.

 

IM ALLTAG

*Wie kann ich mehr liebevolle Begegnung im Alltag herstellen? Wie kann ich den ersten Schritt machen? (Kleine Berührungen, wertschätzend danke sagen auch für Kleinigkeiten, den/die andere zum Lachen bringen...)

*Bin ich ihm/ihr gegenüber so liebevoll, wie ich mir das vom anderen mir gegenüber wünsche?

 

SEX JA ODER NEIN

*Was hält mich ab mit meinem/r Partner*in zu schlafen?

*Will ich überhaupt noch mit meinem/r Liebsten schlafen?

*Wie oft sage ich Ja, wenn ich Nein meine?

*Sage ich Nein zu Sex als Liebesentzug oder weil mir unsere Art Sexualität nicht (mehr) guttut?

 

UM MICH VERFÜHREN ZU LASSEN

*Kann ich mich vollkommen hingeben und den Kopf beim Sex ausschalten?

*Was bräuchte ich, um meinen Kopf auszuschalten und die Kontrolle loszulassen?

*Wenn ich weiß wie: was hindert mich daran das auch zu tun?

*Kann ich mir von meinem/r Liebsten etwas wünschen, dass es mit leichter fällt abzuschalten (Zeit für mich, Auszeit von den Kindern, eine Massage, dass der/die andere die Küche aufräumt und ich nicht ständig die anstehende Arbeit im Kopf habe...)

 

MEIN KÖRPER

*Kenne ich meinen Körper und bin ich in ihm zuhause?

*Wie berühre ich mich selbst?

*Wann habe ich das letzte Mal etwas Neues mit mir selbst ausprobiert - eine andere Art des Berührens, Streichelns?

 

BEZIEHUNGSWEISE: ICH MIT MIR

*Darf ich in meiner Beziehung ganz so sein wie ich bin?

*Lasse ich überhaupt selbst zu, dass ich ganz so bin, wie ich bin - oder spiele ich eine Rolle, wie ich glaube sein zu sollen oder wie ich sein will?

*Was hält mich davon ab auch meine "Macken" zu zeigen?

 

SPRACHE FINDEN

*Kann ich über Sex reden - und will ich das überhaupt?

*Habe ich Wörter für Sex und unsere Körperteile, die mir Sicherheit geben und mich beflügeln (Venuslippen statt Schamlippen, Brustknospen statt Brustwarzen, Liebesspiel statt Sex, Jadestab statt Penis... ich glaube du verstehst, was ich meine... wenn können  erhebende, wertschätzende Sprache verwenden - oder plump darüber sprechen als wären wir im Biologieunterricht)?

 

Diese Fragen können dich dir selbst näher bringen. Sie dienen der Bestandsaufnahme. Wenn wir klar sehen und annehmen, was gerade wirklich ist, haben wir Boden unter den Füßen. Von diesem Boden können wir uns abstoßen. Erinnere dich: Ziele auf den Mond. Selbst wenn du ihn verfehlst, du landest doch unter Sternen!

 

***Wenn dich dieser Artikel anspricht, wenn du Fragen hast, wenn du mehr in diese Richtung erfahren willst, dann schreib mir gerne eine Nachricht sigrid@prima-luna.at oder hinterlasse ein Kommentar. Dadurch weiß ich, was dir guttut und kann mehr davon für dich tun.***

 

 

In meinem Blog PARTNERSCHAFTEN DER NEUEN ZEIT findet ihr auch viele Links, die dich sanft dem Thema näherfahren können.

 


Weiterführende Literatur und Links und Dank an die mutigen Frauen, die ihren Weg mit der Welt teilen 

 

Danke an Jenny Kühne, die sehr kühn das Thema "Frauen glücklich machen" für Männer anspricht.

 

Es gibt einige Videos für uns Frauen. Ich höre ihr auch gern zu, wie sie Männer Beziehungen und Sexualität näher bringt. Es ist auch für mich ein Selbsterfahrungsprozess mich selbst zu hinterfragen, wenn ich ihr lausche. Ich gebe zu, manche ihrer Videotitel sind für mich als Frau nicht ansprechend, aber sie will ja die Männer ansprechen, nicht uns Frauen, und hinter jedem noch so krassen Titel verbirgt sich eine liebevolle Einführung für Männer in die Bedürfnisse von Frauen. Diese Videos können dich inspirieren:

 

Was ist eine sexuell befreite Frau?

 

Frauengesundheitskongress 2022: Erlaube dir ein schönes Leben!

 

Was Sex für Männer wirklich ist (wissen viele Frauen nicht!) 

 

Wie ihr als Eltern WIEDER in die Sexualität findet

 

Lieblose Ehe (3-Stufen-Modell) - Video für Frauen

 

Kein Sex in der Ehe (4-Phasen-Modell) - Video für Männer

Die 10 Arten des weiblichen Orgasmus.

 

Danke Ilan Stephani für deine Bücher und deine Reise, auf die du uns mitnimmst!

 

Ilan Stephan: Finde Deine sexuelle Kraft – Die Elemente der Ekstase

 

Jeder Mensch hat eine einzigartige Sexualität. Doch wie funktioniert Lust? Und noch viel wichtiger: Wie funktioniert DIE EIGENE Lust? Wenn wir wüssten, wie wir sexuell ticken, dann würden wir aufhören, Routinesex zu haben, bei dem wir nicht viel spüren. Und wir könnten uns endlich von sexuellen Selbstzweifeln verabschieden. Der Weg wäre frei für wirklich orgasmische Begegnungen – mit uns selbst, unserem Körper, unserem Partner, unserer Partnerin. Der Weg wäre frei für Ekstase!

Ilan Stephani hat 6 Elemente beschreiben, in denen wir uns wiederfinden können.

Diese Buch kann uns helfen und selbst auf die Schliche zu kommen und glücklich zu sein - egal ob mit Partner*in oder solo.

Mehr über das Buch...

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